Post-Anti-Google-Café: face2face

(Deutsch)

Als Teil eines selbst-organisierten und informellen Kampfes gegen den Google-Campus entstand das Anti-Google Café: face2face. Nach der Änderung der Pläne von Google, vorerst nicht selber ins Umspannwerk zu ziehen, geht der „technologische Angriff“ dennoch weiter… So ist es weiterhin notwendig Räume zu schaffen, in denen man sich von Angesicht zu Angesicht treffen kann, um Gemeinsamkeiten und eine Veilfalt von Methoden zu ergründen und, um die Ohnmacht und die Herrschaftsverhältnisse zu bekämpfen.

Das neue Café: face2face (Post-Google Café) ist ein Bezugspunkt für einen informellen und selbst-organisierten Kampf gegen den fortschreitenden technologischen Angriff und für selbstbestimmtes Leben. Es bietet Raum für Begegnung, Austausch, Streit, Informationen, Diskussionen und Koordinierung.

Das Café versteht sich als Teil eines antagonistischen Projekts gegen die (Tech) Herrschaft. Eine Offensive, die nicht um Erlaubnis fragt und nicht an die Politik und die Herrschenden & ihre Verterter*Innen appelliert.

Kreativ & direkt!

Power Off! Jeden 2. und 4. Samstag im Monat von 15-19 Uhr Anarchistische Bibliothek Kalabal!k Reichenbergerstr. 63A , 10999 Berlin

(English)

As part of a self-organized and informal fight against the Google campus, the Anti-Google Café: face2face was created. After Google’s change of plans in now entering the Umspannwerk, the “technological attack” continues…So we continue to create spaces in which one can meet face to face with each other in order to identify shared values and diversity of tactics and to find ways to fight apathy and domination.

The new Café: face2face (Post-Google Café) is a gathering point for an informal and self-organized struggle against the ongoing technological attack and for self-determined life. It offers space to meet for exchange, debate, information-sharing, discussions and coordination.

The café sees itself as part of an antagonistic project against the (tech) domination. An offensive that does not ask for permission, neither appeals to politics, nor the opinion or representatives of the dominators.

Creative and direct!

Power Off!

Every 2. and 4. Saturday in the Month from 3-7 pm Anarchist Library Kalabal!k Reichenbergerstr. 63A , 10999 Berlin


Einige Gedanken zum Rückzug vom Google Campus

Quelle: https://de.indymedia.org/node/26474

Als wir von der Schlüsselübergabe von Google an Karuna und Betterplace hörten, staunten wir nicht schlecht und freuten uns zunächst einmal, dass wir den Google Campus verhindert haben. Doch was bedeutet das nun konkret für uns und unsere Praxis? Können wir es als einen Erfolg verbuchen, das Dank der “massiven Proteste gegen den Google Campus in Kreuzberg” der Einzug verhindert wurde, obwohl Google weiterhin Hauptmieter bleibt?

Wenn in der Verhinderung des Google Campus jetzt mehr als ein Teilerfolg gesehen wird, wird das Problem nur verräumlicht und parallele Entwicklungen wie die 100 Millionen Euro teure Zalando Zentrale am Ost- Bahnhof werden ausgeklammert. Auch wenn es uns durch das Zusammenspiel einer nervenden Nachbarschaft und einer widerständigen Organisierung rund ums Umspannwerk wieder mal gelang, wie bereits 2012 beim BMW Guggenheim Lab auf der Cuvrybrache, ein Pionierprojekt der Kreuzberger Stadtumstrukturierung zu verhindern und den Mythos des rebellischen Kreuzberg in die Welt zu senden, wollen wir mehr als nur diesen Mythos nähren.

Auch wenn wir es geschafft haben den Google Campus in dieser Form zu verhindern, behält der Konzern vorerst die Schirmherrschaft über das Gebäude und sichert damit ab, den Campus vielleicht erst in fünf Jahren umzusetzen. Zum anderen nutzt Google auch die Untervermietung an Betterplace und Karuna um sein Image aufzubessern. Doch wer sind die aktuellen Untermieter und welche Verbindungen haben sie zu Google?

Wer sind die neuen Nachbarn?

Betterplace:

Betterplace ist Teil der gut.org AG, plumper geht das white washing von Google also nicht. Hinter dem vertrauenswürdigen Namen der vermeintlich gemeinnützigen Aktiengesellschaft verbirgt sich nicht nur diese Ablass-App. Primär ist Betterplace die „größte Online-Spendenplattform Deutschlands“ für Privatpersonen, aber auch für Unternehmen. Zu den Gründungsmitglieder*innen und Vorsitzenden des Aufsichtsrat von gut.org gehören Größen der privatwirtschaftlichen Einkaufsüberwachung.

Alexander Rittweger, einer der 3 Gründer von Betterplace, gründete 2000 Payback

Jörg Rheinhold, Startup Größe, der seit —- das APX (Axel- Springer Digital Ventures und Porsche Accellerator) leitet.

Weiter findet sich im Aufsichtsrat, im Beitat und Aktionätren ein Netzwerk aus Unternehmer*innen, McKinsey Mitarbeiter*innen, Facebook Geschäftsführern und Rechtsanwält*innen. Die „gemeinnützige[n] Aktionäre […] unterstützen betterplace mit Rat und ebenso viel Tat bei unseren zukünftigen Herausforderungen“.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Beirats bringen einen Erfahrungshorizont mit, der eher Richtung Marketing und Verkaufsstrategien für ein Spendenbusiness geht, als eine progressive Richtung von konkreten Veränderungen, weg von einer Kapitalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche. Doch nun weiter. Weg von den selbst ernannten Guten, die schon 2000 den Bigbrother- Award für ihre Geschäftsideen gewannen, die daraus bestanden Verkaufsverhalten zu überwachen, auszuwerten und weiter zu leiten und weg von Leuten, die in der Lage sind die Illusion zu verkaufen, dass Konzerne wie Springer und Porsche auch Gutes im Schilde führen könnten.

Neben privaten und Unternehmens-Spenden, bildet das betterplace Lab den dritten Arm von gut.org. „Das betterplace Lab analysiert, welche Trends die Welt an der Schnittstelle digital-sozial verändern und zeigt großartige Beispiele von Menschen, die Internet oder Mobilfunk nutzen, um das Leben besser zu machen.“ Dort wird auch der alljährliche Jahreskongress der betterplace Labtogether organisiert. In diesem Jahr widmet es sich dem Thema „New Work needs Inner Work“ und findet direkt in Deutschlands Microsoft Zentrale statt – nun ja, das Umspannwerk ist eben noch nicht fertig ausgebaut.

“Unter New Work werden neue Rollen und Prozesse entwickelt, die adäquater auf menschliche Bedürfnisse, Diversität und Komplexität abgestimmt sind. Dabei rückt well-being, also das Wohlbefinden der Mitarbeiter, in den Fokus, um Überlastung vorzubeugen und Selbstmotivation und Potenzialentfaltung zu fördern. Notwendig wird ein innerer, sozio-psychologischer Reifungsprozess bei uns allen.” An dieser Stelle sollte klar sein, dass es nicht um das „well-being“ der Scharen von Click- Workern, Essenszusteller*innen oder die „Pickers and Packers“ also die austauschbare Reserve Armee der Metropolen geht, sondern ausschließlich um die gut ausgebildete Elite hinter der Tastatur des Hauptsponsors Microsoft.

Das alljährliche Labtogether gibt es seit 2012. Es fand 2014 in einem „Historischen Ort“ statt; in der Factory Bernauer Straße, zwei Monate nach der Eröffnung. Doch die historische Verbindung zu Google geht weiter als rein infrastrukturell und finanziell, (Google fehlt nicht auf der Dankesliste im Rechenschaftsbericht 2015; 2016) das Lab produziert auch Wissen für Google.

Das betterplace Lab führt seit 2015 die Google Impact Challenge durch. Hierbei werden 50 Projekte mit 20.000 € unterstüzt und die 10 sogenannten Leuchtturmprojekte erhalten jeweils eine viertel Millionen Euro für die Umsetzung ihrer Ideen. Ein Projekt mit „herausragenden Beitrag zur Förderung digitaler Kompetenzen“ erhält von Google sogar eine halbe Millionen Euro. Es wird gleich in die Zukunft investiert und so gewann in diesem Jahr die “Digital Learning Lab – Wir gestalten die Welt” eine halbe Millionen: „Lehrkräfte der Sekundarstufe 1 [erhalten] die Chance, digitale Bildung an Schulen zu etablieren.“ Alle Gewinner*innen werden zudem von betterplace in der „technischen Umsetzung“ unterstützt.Betterplace selbst schreibt dann Berichte und Empfelungen für Google.

Karuna:

Karuna, ein Verein der sich schon zu DDR-Zeiten für Obdachlose und Drogenabhängige einsetzte, bekam genau über diese Impact Challenge eineVerbindung zu Google.

„Als wir vor ein paar Monaten gerade die Zeitung [die Obdachlosenzeitung „Karuna Kompass“] herausgebracht haben, habe ich gedacht: Wir brauchen mehr Platz”, sagt Jörg Richert, der Mitgründer und Geschäftsführer von Karuna. „Und dann habe ich einfach mal bei Google angerufen.” Nicht die gewöhnlichste Idee für eine Berliner Sozialeinrichtung in freier Trägerschaft. Doch weil Karuna zuvor den Google-Förderwettbewerb “Impact Challenge” zweimal gewonnen hatte, hatte Richert einen guten Kontakt zu dem Unternehmen aus Mountain View in Kalifornien. Der Anruf hat sich gelohnt: Google sagte zu, Karuna könne ins Umspannwerk einziehen”

Karuna sagt über sich selbst: „Unser Anliegen ist es insbesondere, durch das Entwickeln beispielhafter Projekte, Impulse zu setzen und Anregungen zu geben für Trends in gesellschaftlichen Entwicklungen. […] Wir wünschen uns selbstbestimmte, freie Menschen und Gesellschaften in einer gesunden Umwelt und versuchen uns dafür einzusetzen, mit Schulen die integrieren, mit Programmen, die Hilfe zur Selbsthilfe fördern, mit Therapien und Strategien, die unabhängig machen von Drogen und Alkohol, mit Arbeit, die das Selbstbewusstsein stärkt, mit Hilfe die von der Straße wegführt und Bildung, die gesellschaftliche Mitbestimmung fördert.“

Wir begrüßen Initiativen die sich für die Selbstbestimmung und Sichtbarkeit von Marginalisierten einsetzen. Es geschah in diesem Kiez, dass Refugees und Nachbar*innen die Gerhard Hauptmann Schule besetzten und sie 2 Jahre gemeinsam verteidigten. Wir sind immer bereit für Räume zu kämpfen, die Leuten zur freien Verfügung gestellt werden, die sonst keinen Platz in dieser Gesellschaft haben. “Wir” sind aber auch der Meinung, dass dieser Raum ein antikapitalistischer sein muss, jenseits von der Kontrolle eines Konzernes oder Staates. Doch ist uns klar, dass dies Fragen der Raumpolitik sind, um die es uns hier nicht geht.

Wir fragen uns vor allem wie ein Verein, der sich für die Selbstbestimmung einsetzt eine Spenden-App wie „very hungry“ in die Google Impact Challenge einbringen kann.

Eine digitale Geldbörse ermöglicht Soforthilfe von SpenderInnen an obdachlose Jugendliche. Karuna entwickelt gemeinsam mit ehemaligen obdachlosen Jugendlichen eine digitale Geldbörse, die das Spenden unmittelbar und einfach macht. Ein Spender kann im direkten Kontakt einem obdachlosen Jugendlichen Geld übertragen, das an eine materielle Leistung, wie z. B. ein Essen oder eine Unterkunft für die Nacht, gebunden ist. Die so organisierte, bedingungslose Nothilfe vereinfacht das Spenden wesentlich und erlaubt den Betroffenen Teilhabe an wirtschaftlichem Konsum für mehr Würde und Autonomie. Für Spender wird Hilfe dezentralisiert: Jeder kann zu jeder Zeit und an jedem Ort Hilfe selbst organisieren.“

Neben dem technologischen Angriff, der hiermit Obdachlose erreicht, wird vor allem der sozial- chauvinistischeDiskurs bedient, in dem behauptet wird, Obdachlose würden das Geld ohnehin nicht sinnvoll ausgeben. Wo bitte ist hier die Selbstbestimmung, wenn Leute ihre Spende „an eine materielle Leistung“ binden? In der „so organisierte[n], bedingungslose[n] Nothilfe“ geht es nicht um die Bedürftigen, sondern um das Gewissen der Spendenden. Diese könnensich somit sicher sein Gutes zu tun und dabei, dank der smarten neuen Wellt, stets die Kontrolle behalten und natürlich stets dezentralisiert „zu jeder Zeit und an jedem Ort Hilfe selbst organisieren“.

Was wird da organisiert? Sich einmal ganz groß fühlen und vom Überwachten zum*zur Überwacher*in werden? In diese Richtung gehen dann auch die Schlagworte in der Dankesrede zur Preisverleihung der Impact Challenge: „eigene Währung für Obdachlose“, „Echtzeit“ und „Transparenz“, da bleibt kein Platz für die Selbstbestimmung derer, um die es eigentlich gehen sollte.

Dass Google mit Karuna nun einen Träger unterstützt, der sich für Obdachlose einsetzt, finden wir zynisch. Hat doch die von Google mitgetragene Tech-Industrie rund um das Silicon Valley dazu geführt,dass in San Franciscodie höchsten Obdachlosigkeitszahlen in den USA herrschen. Wir würden also sagen, dass Google mit Hilfe von Karuna einen Umgang mit Problemen sucht, für eine Zukunft, die sie selber produzieren, in die sie investieren und in der sie Millionen Menschen von ihren Produkten abhängig machen. Ganz im Sinne der Konzernstrategie, Probleme zu lösen noch bevor sie entstehen. Unser Ansatz setzt sogar noch etwas früher an: Google verpiss dich!

Und jetzt?

Zum einen sahen wir den Kampf gegen den Campus auch immer als einen Kristallisationspunkt für lokale Kämpfe, fußend auf drei Säulen: Ein Kampf gegen steigende Mieten, Verdrängung und gegen Wohneigentum, zweitens als einen Kampf gegen den technologischen Angriff und drittens konkret als einen Kampf gegen den Konzern Google und seine Überwachungspraxis sowie die Allmachtsphantasien der Entwickler*innen.

Wenn wir nun also den Erfolg beurteilen wollen, müssen wir auch diese Aspekte mit einbeziehen. Ist es uns gelungen den Campus als einen greifbaren und vermittelbaren Kristallisationspunkt dieser drei Säulen zu nutzen?

Zum anderen war es in diesem Kampf ja auch Ziel neue Praxen zu entwickeln und diese in eine gewisse Breite zu tragen. Hierzu würden wir gerne eure Perspektiven hören.

Unter den oben gennannten Aspekten haben wir Sorge die Verhinderung des Googel Campus als einen Erfolg zu sehen, weil wir befürchten, dass damit ein Schlussstrich gezogen wird, der die Augen vor den Verbindungen von betterplace, aber auch Karuna mit Google verschließt und damit vor den Zusammenhängen technologischer Angriffe und unserem alltäglichen Leben, ob in Kreuzberg oder anderswo.

Zudem bleibt Berlin die deutsche Start-Up Hauptstadt und liegt im europäischen Vergleich auf Rang zwei hinter London. Wenige Tage nach der Schlüsselübergabe an betterplace und Karuna gab Siemens bekannt Siemensstadt neu zu beleben. Überall schießen neue Technologieparks aus dem Boden und Kreuzberg ist davon nicht ausgeschlossen.

Machen wir weiter! Der Mythos Kreuzberg und der eher geringe Druck hat zu einem Teilerfolg geführt, er muss also weiter aufrecht erhalten bleiben. So können wir anhand der Factory auf der Lohmühleninsel zeigen, was Google erwartet hätte, wenn sie doch ins Umspannwerk gezogen wären.Wir würden gerne dem Alten Postgebäude in der Skalitzer Straße einen Besuch abstatten, das nun von den Samwer Brüdern zu einem Blockchain Zentrum umgewandelt werden soll. Oder endlich mal die Baustelle Skalitzer Straße, Ecke Mariannenstraße besetzen, um zu verhindern, dass dort ein Hotel und ein Haufen neuer Shopping Scheiße entstehen. Rent24, das ab dem 03.01.2019 wohl die geliebten Räume von Durgstore und Potse nach ihrer Räumung übernehmen wird, betreibt Coworking- Appartments in der Kottbusserstraße. 4, Oberwallstraße 6, Karl Liebknechtstraße 34 und an 3 weiteren Standorten der Stadt. Ach ja und was ist denn eigentlich mit den restlichen 2.500m² im Umspannwerk? Wir haben kein Problem mit den dort geplanten Lernparcours, es gibt viel zu lernen über den technologischen Angriff, über Selbstverwaltung!Doch für wen sind die Coworking-Spaces? Her damit, wir nehmen sie sowieso! Ihr wisst ja, mit Besetzen kennen wir uns aus!

Es bleibt dabei,

Start up Revolt!


Wie gegen den Google-Campus kämpfen?

Ein Vorschlag

(aus: SHITSTORM – Anarchistische Zeitung, Berlin, Januar 2018 – #2)

Auf die Frage, wie gegen den Google-Campus kämpfen, bzw. ihn zu verhindern, lässt sich unterschiedlich antworten. Die Antwort ist abhängig von der Perspektive des Kampfes selbst. Der folgende Vorschlag richtet sich nicht nur an Anarchist*innen, auch wenn er sich als ein anarchistischer versteht. Er kann von all jenen geteilt werden, die nicht nur den Google-Campus verhindern wollen, sondern gänzlich andere Verhältnisse suchen.
Der geplante Google-Campus in Berlin-Kreuzberg reiht sich in das Projekt der herrschenden Strukturen ein, die Macht von Staat und Kapital neu zu strukturieren (u.a. die Digitalisierung der Ökonomie und der Warenströme, Technologisierung der Kontrolle und Repression, Kommerzialisierung des Alltags, …). In Berlin-Kreuzberg wird diese Restrukturierung vor allem durch neue Bauprojekte sichtbar. Sei es durch das Vorhaben eines Zalando-Gebäudes auf der ehemals besetzten und geräumten Cuvrybrache, der neuen Factory am Görli (der größte Start-Up-Komplex Europas), die weiterhin stattfindende Veränderung der Oranienstraße, in welcher die Eröffnung des Oranien-Luxushotels eine neue Qualität darstellt, oder eben des geplanten Google-Campus in der Ohlauer Straße. Mit anderen Worten: Es vollzieht sich eine graduelle Veränderung des Viertels, die sich in eine Verfeinerung der Herrschaftsverhältnisse insgesamt einreiht.

Es geht darum, die Baupläne in Berlin oder anderswo nicht als isolierte Bauvorhaben zu betrachten, sondern als eine globale Veränderung der Machtverhältnisse auf ökonomischer, politischer und sozialer Ebene. Wie diese Liste neuer Vorhaben von Staat und Kapital über mehrere Seiten fortgeführt werden könnte, so könnte man jedem neuen Bauvorhaben hinterherlaufen und „nur“ in einem Abwehrkampf verweilen. Die Entscheidung, sich ein Projekt der Herrschaft herauszunehmen, zu fokussieren, über einen Abwehrkampf hinauszugehen, ein eigenes antagonistisches Projekt zu entwickeln, speist sich vor allem aus einer Intensivierung der Qualität eines Angriffs auf die Herrschaft – auf ihre Profiteur*innen, Verfechter*innen und Diener*innen. Diese Wahl reiht sich somit ein in einen Kampf gegen Herrschaft allgemein – ob in Kreuzberg, Berlin oder international.
Die Perspektive sollte nicht auf einen „Kiez-Kampf“ beschränkt sein, sie sollte auf eine generalisierte Revolte gegen jegliche Herrschaft und Autorität abzielen: auf die Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Ausgehend von dieser Perspektive, sowie der Wahl des Angriffsziels, ergeben sich die folgenden vorgeschlagenen Methoden eines Vorgehens gegen den Google-Campus Berlin, für eine Welt ohne Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung.

Selbstorganisiert

Der Kampf gegen den Google-Campus sollte selbstorganisiert sein. Dies bedeutet, dass die Beteiligten in einem direkten Verhältnis mit der Konfrontation stehen – ohne eine repräsentierende Gruppe oder Person, die für sie redet oder handelt. Im Gegenteil: die beteiligten Personen organisieren sich und handeln nach ihren eigenen Ideen und Kapazitäten, ohne Appell an Staat und Kapital oder deren Repräsentant*innen wie z.B. Politiker*innen. Dies geht vor allem darauf zurück, dass sich durch einen Appell an Politik und Verantwortliche die Handlung aus den eigenen Händen auf den politischen Tisch verschiebt. Dort ist die Diskussion über die Verhinderung des Google-Campus lediglich denen überlassen, die (wie im Senat zu hören war) ein Interesse am Google-Campus in Berlin haben oder sonstige Machtpolitische Interessen verfolgen.
So wie es keinen Dialog mit Parteien und Verantwortlichen geben sollte, gibt es keinen Dialog mit der Presse. Die Presse steht, unabhängig ob sie positiv oder negativ schreibt, in der Logik des kapitalistischen Systems. Die Ereignisse und Informationen werden durch eine journalistische Verarbeitung vermarktbar gemacht. Es zählt der spektakuläre Charakter, der Verkaufswert der Information. Die Berichterstattung und Kommunikation untereinander im Kiez und darüber hinaus, sollte durch eigene Projekte erfolgen, wie z.B. durch eigene Flyer, Zeitungen, Plakate, Diskussionsabende, spontane Demonstrationen, Begegnungen und direkte Aktionen. Wenn wir die Politik ablehnen für uns zu reden, müssen wir auch die Presse ablehnen für uns zu schreiben.
Zum Beispiel auch das Warten auf „die große Demonstration“ steht einer Selbstorganisation entgegen. Selbstorganisiert zu agieren bedeutet, aus der eigenen Initiative heraus zu denken und dann zu handeln anstatt zu warten, bis jemand anderes dies für mich tut oder organisiert.

Sozial und Anti-Politisch

Das politische Vorgehen von Parteien oder Gruppen strebt unter anderem die Verwaltung des Protestes, sowie den Wachstum der eigenen (politischen) Macht an. Die Quantität, bzw. die Masse, spielt eine zentrale Rolle im politischen Kalkül – durch eine Masse kann politischer Druck ausgeübt und Interessen der jeweiligen Gruppe durchgesetzt werden. Kurz: Das Anwachsen und die Quantität eines Protests, sowie deren Kontrolle steht im Mittelpunkt eines politischen Vorgehens. Um um jeden Preis eine Massenbewegung zu werden, stirbt der politische Kampf, wie auch viele Kampagnen – in der Akzeptanz des kleinst möglichen Nenners.
Der anarchistische Vorschlag eines anti-politischen Kampfes sucht viel eher nach einer Qualität. Dieses Vorgehen verlässt das politische Feld vollkommen. Es geht nicht darum, eine politische Macht aufzubauen, sondern darum, auf einer sozialen Basis zu intervenieren. Jedoch ohne sich dieser sozialen Basis unterzuordnen, um die individuelle Tat nicht zu vernachlässigen.
Diese Selbstverwaltung verneint die Verwaltung eines limitierten Zieles, sie wird praktisch durch den Angriff auf die Herrschaftsverhältnisse, mit der Perspektive der gesellschaftlichen Umwälzung.
Der Ausgangspunkt dabei ist die soziale Spannung. Der Kampf gegen den Google-Campus sollte in einem Bezug zur sozialen Basis stehen, in der Kreuzberg oder ganz Berlin als eine Interventionsbasis verstanden wird und nicht als Intervention von isolierten Kleingruppen. Die soziale Basis kann beispielsweise durch Kontaktpunkte, Begegnungsorte, einzelne oder regelmäßige Aktionen und Angriffe gefühlt werden. Auch um ein Verständnis des Kampfes gegen den Google-Campus und einer damit verbundenen Herrschaftskritik zu schaffen, sowie Diskussionen innerhalb eines Konfliktes zu ermöglichen und die Angriffe auf sozialer Ebene zu verbreiten. Dieses „gesellschaftliche“ Verständnis offenbart auch die Trennlinie zu den Befürworter*innen des Google-Campus sowie der Kontrolle durch Technologie.

Unabhängig und Selbstbestimmt

Die Aufrechterhaltung einer Unabhängigkeit ermöglicht es, dass der Kampf nicht (so einfach) durch eine Gruppe vereinnahmt werden kann, wie er gleichzeitig Machtverhältnisse durch Repräsentation zerschlägt. Eine Abhängigkeit von beispielsweise Parteien und deren Stiftungen oder Medien weitet den Handlungsrahmen nicht etwa aus. Sie konzentriert ihn auf einen Bereich, der für die (politische) Macht angenehm ist, da er kontrollierbar ist.
Unabhängigkeit und Selbstbestimmung bedeutet nicht nur dem Staat gegenüber autonom zu sein, sondern auch im individuellen Handeln selbst. Dies bedeutet, dass ein autonomer Kampf keine (festen) Spezialist*innen innerhalb der Beteiligten zulassen kann. Sicherlich gibt es Aktionsfelder, in der sich der Eine oder die Andere besser auskennt, oder es scheint gut, in gewissen Sachen eine Aktionsteilung zu machen. Jedoch darf dies nicht zu einer Schaffung von Abhängigkeiten von Spezialist*innen in den „eigenen Reihen“ führen. Der Vorschlag diesem zu entgehen, besteht in der Teilung und Verbreitung von Information und Wissen. Ob zum Google-Campus selbst oder über unterschiedliche Aktionsfelder. Es geht darum, selbst Verantwortung zu übernehmen und selbst zu handeln.

Informelle Organisierung

Auf der organsatorischen Ebene schlagen wir die Informalität vor. Dies bedeutet, dass es keine formelle Gruppe gibt (kein Zentrum des Kampfes gegen den Google-Campus), keine „Gruppenidentität“ und kein Mitgliedsausweis. Stattdessen schließen sich die Beteiligten nach Affinitäten zusammen (auch wenn es nur für eine Aktion ist). Die informelle Organisierung ermöglicht einen breiten und zugleich diversen Handlungsspielraum, sie ermöglicht allen zu handeln, ohne um Erlaubnis bei irgendeiner Gruppe fragen zu müssen. Die informellen Gruppen gründen auf Affinität, also auf geteilten Ideen und einer Vertrauensbasis unter den Individuen. Die einzelnen Affinitätsgruppen können sich jedoch in der Praxis unterscheiden und stehen sich nicht unbedingt entgegen. Diese Affinität, gemeinsame Ideen, Wünsche und Vertrauen, können nur in der Begegnung gefunden werden. Dies führt wieder zum Punkt der sozialen Basis und der Schaffung von (kontinuierlichen) Räumen und Situationen, die dies ermöglichen.
Die informelle Organisierung benötigt eine Koordination, damit die beteiligten Einzelpersonen und Gruppen nicht zwangsläufig isoliert sind. Diese Koordination braucht kein Zentrum, sondern funktioniert am besten durch diverse Projekte. Diese Zeitschrift kann dazu beitragen, genauso wie das Anti-Google-Cafe face2face, größere Diskussionsabende, regelmäßige Aktionen, … Das Ziel der Koordination muss nicht zwangsläufig eine gemeinsame Aktion sein. Es geht um eine räumliche Sichtbarkeit eines Kampfes gegen den Google-Campus, sowohl für Interessierte, als auch Beteiligte. In den letzten Monaten zeigte sich, dass das Vorgehen und die Pläne von Google und Staat am liebsten im Verborgenen gehalten wurden. Ein Austausch unter den Mitstreiter*innen ermöglicht es somit, Informationen über den Google-Campus zu verbreiten.

Gegen-Information

Seit sich Widerstand gegen den Google-Campus regt wird klar, dass sich einerseits Google als soziale Organisation und „nichts-böse-wollendes“ Unternehmen verkauft, und andererseits viele Menschen nichts über Google und dessen Machenschaften wissen. Ein Schwachpunkt Googles ist sicherlich das Image, das sie mit allen Mitteln, wie Charme-Offensiven im Kiez, verteidigen. Es geht nicht darum Google als „bösen Ami-Konzern“ darzustellen, sondern die Rolle von Google innerhalb der Entwicklung der Verfeinerung der Herrschaft durch Technologie zu erkennen. Und dass diese ebenso von Politik und Wirtschaft gefördert wird. Dies ermöglicht es, den Kampf gegen den Google-Campus mit anderen Konflikten zu verknüpfen.
Die Gegen-Information, also die Verbreitung von Informationen über Google und dessen Forschungsfelder ist ein wichtiger Punkt. Sie darf sich jedoch nicht lediglich auf einen kleinen Kreis Interessierter beschränken, sondern sollte auf vielfältigen Ebenen passieren. Denn wenn die Angriffe gegen den Google-Campus nicht verstanden werden, laufen sie Gefahr in einem „Klein-Krieg“ zwischen Google und seinen Feind*innen zu Enden, der die soziale Spannung vernebelt und die Möglichkeit einer sozialen Revolte negiert.

Direkter Angriff

Direkter Angriff bedeutet den Google-Campus und ihre Verantwortlichen ohne Umwege, zum Beispiel über staatliche Institutionen, anzugreifen. Die Frage des legalen Rahmens stellt sich dabei nicht, da das Betteln um Erlaubnis (z.B. für eine Demonstration) die staatlichen Strukturen akzeptiert, anstatt sie als ein Teil der Verantwortlichkeit für das Bestehende erkennt. Somit kann die Wahl der Mittel nicht abhängig vom staatlich gesetzten Rahmen sein. Der Google-Campus Berlin lässt sich nur verhindern, wenn es auf breiter Ebene Angriffe gegen dieses Vorhaben gibt. Es geht nicht um eine Hierarchisierung von Mitteln: ein Gespräch mit der Nachbarin ist nicht „weniger Wert“ als ein Flyer oder eine direkte Attacke. Entscheidend sind Eigeninitiative, Entschlossenheit, Kontinuität, eigene Kreativität, und eben eine Vielfalt von Angriffen (die sich nicht nur auf das Gebäude in der Ohlauer Straße beziehen, sondern auf alle Verantwortlichkeiten für den Google-Campus Berlin). Der direkte Angriff sucht nicht nach einer Versöhnung mit der Herrschaft, sondern zielt auf die Zuspitzung der sozialen Spannungen ab, die in Kreuzberg deutlich ist.

Google versucht in einem Viertel Fuß zu fassen, das rasant zur Veränderung gedrängt wird. Zum Nachteil von ärmeren Menschen und „Ausgeschlossenen“. Im Kampf gegen den Google-Campus konzentrieren sich unterschiedliche Motive für die Verhinderung: von Verdrängung aus dem Kiez, über Datenmissbrauch von Google, bis zu Herrschafts- und Technologiekritik. Eine „Verknüpfung“ dieser Motive kann durch eine geteilte Zuspitzung eines sozialen Konfliktes möglich sein: der Verweigerung, den Konflikt politisch zu lösen, dem Widersetzen gegen jeglichen Versuch den Widerstand zu kontrollieren und dem Entgegenstehen einer Befriedung des Konfliktes.


How to fight the Google-Campus:

A Proposal

The question of how to fight or prevent the Google-Campus can be answered in different ways. The answer depends on the perspective of the fight itself. The following proposal is not only addressed to anarchists, although it is an anarchist proposal. It can be shared by all those who not only want to prevent the Google-Campus, but also seek to completely change the conditions we live in. The Google-Campus in Berlin Kreuzberg is just another project of domination seeking to restructure the power of state and capital (among other things digitalisation of the economy, new technology of control and repression, commercialisation of everyday life …). In Berlin-Kreuzberg this kind of restructuring is most visible in new building projects. Examples are the planned Zalando building on the evicted squat grounds of Cuvrybrache, the new ‘Factory’ at Görli (Europe’s largest start-up complex), the continuing changes on Oranienstraße with the Oranien-Luxury Hotel adding a new quality, or the planned Google-Campus at Ohlauer Straße. In other words, there is a gradual change in the neighbourhood, which is part of a process of refinement of the relations of power as a whole. It is about recognizing property development in Berlin and elsewhere, not just as isolated projects but as global shift in power relations on an economic, political, and social scale. The list of ventures of state and capital is long and one can get caught up trying to resist every single construction project. The decision to pick one project of power, to focus, to go beyond a defensive struggle, to develop an antagonistic project of one’s own, derives above all from an intensification of the quality of the attack on domination – on its profiteers, advocates and servants.
This choice marks the fight against all kinds of domination – in Kreuzberg, Berlin, or internationally. The perspective should not be limited to a “neighbourhood struggle”, it should be aimed at a generalized revolt against any rule and authority: the transformation of social conditions. Starting from this perspective, as well as the choice of the target of the attack, the following proposed methods of action against the campus are suggested for a world without domination, exploitation and oppression.

Self-Organized

The fight against the Google-Campus should be self-organized. This meansthat the participants have an immediate relationship with confrontation – without a representative group or person speaking or acting on their behalf. On the contrary, the persons involved organize themselves and act according to their own ideas and capacities, without appealing to the state and capital or to their representatives, such as politicians. This is mainly due to the fact that, by appealing to politicians and those in charge, the action is shifted from their own hands to the political table. The discussion about the prevention of the Google-Campus is then left to those who (as was heard in the Senate) have an interest in the Google-Campus in Berlin or pursue other power-political interests. Just as there should be no dialogue with political parties and those in power, there is no dialogue with the press. The press, whether it reports positive or negative, operates within the logic of the capitalist system. Events and information are made marketable through journalistic processing. What counts is the spectacular character, the sales value of the information. The reporting and communication among each other in the neighbourhood and beyond, should take place through our own projects, e. g. through own flyers, newspapers, posters, discussion evenings, spontaneous demonstrations, meetings and direct actions. If we reject politics to speak in our name we must also refuse to allow the press to write for us.
A useful example of of something that would stand in the way of self-organisation would be to wait for “the big demonstration”. To be self-organized means to think of our own initiatives and then to act instead of waiting until someone else does or organizes this for you.

Social and Anti-Political

The political actions of parties or (political) groups aim at (among other things) the management of protest and the growth of their own (political) power. Quantity, or rather the mass, plays a central role in political calculation – through the masses, political pressure can be exerted and the interests of the respective group can be enforced. In short: the growth and quantity of a protest, as well as the exertion of control over it, is the focus of such a political approach. In order to become a mass movement, the struggle dies, as do many campaigns – with the acceptance of the lowest possible denominator. The anarchist proposal of an anti-political struggle is more of a search for quality thus abandoning the political field entirely. It is not about building a political power, but rather about intervening on a social basis. This kind of intervention should not, however, be subordinated to such a social basis and neither should the agency of the individual be diminished.
This autonomy negates the management of a limited goal, it becomes practice through the attack on power relations, with the perspective of social change.
Social tension is the starting point here. The fight against the Google-Campus should be related to a social basis in which Kreuzberg or the whole of Berlin is understood as an intervention base and not as an intervention of isolated small groups. The social basis can be felt, for example, through points of contact, meeting places, individual or regular actions and attacks. Also to create an understanding of the struggle against the campus and the associated criticism of power, to facilitate discussions within a conflict and to spread the attacks on a social level. This “social” understanding also reveals the dividing line to campus supporters and control by technology.

Independent and Self-determined

The maintenance of independence should ensure that the struggle cannot be (so easily) taken over by a group. Not as easily as it destroys power relations caused by representation. Dependence on, for example, political parties and their foundations or media does not extend the scope of action. It concentrates the action framework on an area that is conveniently controllable for (political) power.
Independence and self-determination does not only mean to be autonomous from the state, but also in the individual act itself. This means that an autonomous fight cannot allow any permanent specialists among the participants. This means that an autonomous fight cannot allow (fixed) specialists among the participants. Certainly there are fields of action in which one or other people know their way around better, or it seems useful to divide up some actions. However, this must not lead to the creation of dependencies between specialists among each other. A way to avoid this is to share and spread information and knowledge. Be it about the Campus itself or about different fields of action. It’s about taking responsibility and acting on your own.

Informal organisation

On an organisational level we propose informal organisation. This means that there is no formal group (no centre of struggle against the Google campus) no group identity, and no membership. Instead those participating associate based on their affinity (even if this is just for one action). Informal organisation enables a broad and diverse range of actions to take place and makes it possible without requiring the permission of any particular group. The informal groups are formed on the basis of affinity, relating to shared ideas and a basis of trust between individuals. The separate affinity groups can be different in their praxis and must not necessarily stand against each other. Such affinity, shared ideas, desires and trust can only be found through a process of ‘encountering’ one another. This leads us again to the point of a social basis and the creation of (ongoing) spaces and situations
that make such encounters possible.
Informal organisation requires coordination in order to avoid the isolation of participating individuals and groups. This coordination does not require a centre, rather functioning through the existence of different projects. This newspaper can contribute towards this just as can the Anti Google cafe face2face, larger discussion evenings, regular actions… The goal of the coordination must not necessarily be a collective action. It is rather about a physically visible struggle against the Google campus both for those who are interested and for those who are participating. In the last few months it has become obvious that the progression and plans of both Google and the State would rather be kept hidden. An exchange between comrades makes it possible to spread information about the Campus.

Counter Information

Since resistance against the Google Campus has begun it has become clear that, on the one hand, Google wants to sell itself as a social organisation and as an not having ‘bad intentions’ and, on the other, that many people don’t know much about Google or it’s machinations. One of Google’s weakpoints is without doubt its image which it defends at all costs through its charm offensive in the neighbourhood. The point here is not to present Google as an evil American multinational but rather to recognise its part in the development and refinement of domination through technology and how this is supported by interested parties linked to politics and economy. This makes it possible to link this struggle against the Google Campus with other conflicts.The counter information, the spreading of information about Google and its research initiatives, is an important point. This must not however remain limited to a small circle of interested people. It should rather take place on various levels in order to avoid attacks on Google being misunderstood and thus leading to a perception of the struggle as a small war’ taking place between Google and it’s enemies. This would both dull the social tension and reduce the likelihood of any kind of social revolt.

Direct Attack

Direct attack means attacking the campus and those in charge of it without detours, for example through state institutions. The question of the legality does not arise, since begging for permission (e. g. for a demonstration) accepts the state structures instead of recognizing their responsibility for the status quo. Thus, the choice of means cannot depend on the framework set by the state. The Google-Campus Berlin can only be prevented if there are widespread attacks against the project. It is not a question of creating a hierarchy of means: a conversation with the neighbour is not “less valuable” than a flyer or a direct attack. Crucial factors are initiative, determination, continuity, personal creativity, and a variety of attacks (which not only affect the building in Ohlauer Straße, but all those responsible for the Google-Campus Berlin). The direct attack does not seek reconciliation with power, but aims to intensify the social tensions that are visible in Kreuzberg.Google tries to gain a foothold in a neighbourhood that is rapidly being pushed to change. To the disadvantage of poorer people and “the excluded”. In the fight against the Google-Campus, different motives are focused on its prevention: from displacement of the neighbourhood, through data abuse of Google, to criticism of power and technology. A “connection” of these motives can be made possible by a shared intensification of a social conflict: the refusal to solve the conflict politically, the resistance against any attempt to control the resistance and the opposition to a pacification of the conflict.