Mrz 2 2021

Von Kreuzberg bis Friedrichshain- Solidarität mit der Rigaer94

 

Wir wissen wie es ist, wenn sie kommen, in unsere Räume eindringen, sie mit ihrer Anwesenheit beschmutzen, durchsuchen, uns unsere Sachen wegnehmen. Zweifelsfrei ist es nicht dasselbe, denn wir leben nicht in diesen vier Wänden und doch lieben wir sie.

Es sind Räume, die wir gemeinsam aufbauen, ausstatten, nutzen und teilen. Dort haben die Bullen nichts verloren, denn wir sind voller Hass und jeder Schritt durch eine unserer Türen ist einer zu viel.

Wir sind ihnen ein Dorn im Auge, weil wir uns klar gegen dieses System stellen, für das sie die Handlanger sind.

So geht es auch den Gefährt:innen in der Rigaer 94. Sie kämpfen als Bewohner:innen, Besucher:innen und Unterstützer:innen gemeinsam, leisten kollektiven Widerstand und lassen sich nicht vereinnahmen.

Der Kiez rund um die Rigaer 94 wird mehr und mehr gentrifiziert, die Liebig 34 wurde geräumt, der Dorfplatz dominiert von einem Zaun rund um deren leeren Mauern und es entstehen mehr und mehr schicke Eigentumswohnungen.

Wenn die Rigaer 94 fällt, geht ein wichtiger Ort für unsere Selbstbestimmung und den Widerstand in dieser Stadt verloren.

In Kreuzberg ist dieser Prozess weit vorangeschritten. Die wenigen übrigen Projekte wurden gekauft, wodurch auch wir noch den Luxus einer Existenz in diesem Kiez haben. Jedoch verschwinden all diejenigen Projekte, welche sich das nicht leisten können, nicht kaufen wollen oder deren Eigentümer:innen sich weigern an Projekte zu verkaufen.

Wir mussten in den letzten Jahren zusehen, wie die Ohlauer Schule geräumt wurde, wie der Görli zu einem Hochsicherheitspark gemacht wurde, wie die Meuterei oder der Buchladen Kisch & Co um ihren Verbleib in diesem Kiez kämpfen und mehr und mehr Leute wegziehen mussten, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können.

Das, was hier neu entsteht, gehört nicht zu unserer Vorstellung eines guten Lebens. Coworking-Spaces, Google, Amazon und Start-Ups jeder Couleur machen es schwer in Kreuzberg noch selbstbestimmte Orte zu finden. Orte außerhalb von Konsum und Lohnarbeit.

Gegen den Ausverkauf der Stadt müssen wir aktiv Widerstand leisten und diejenigen unterstützen, die wegen ihrer Kämpfe in den Fokus der Verantwortlichen rücken.

Im letzten Jahr wurden in Berlin mehrere Häuser und Projekte geräumt und die Angriffe gehen weiter. In der Rigaer 94 gibt es keinen Räumungstitel, aber eine politische Kampagne, die den Besitzenden (wer auch immer das ist) den Rücken stärkt. Trotz öffentlichwirksam inszeniertem Mietendeckel und Rückkaufrecht soll diese Stadt zuallererst attraktiv für Investitionen jeder Art bleiben. Um die entstehende Stadt der Reichen zu festigen werden die Viertel „gesäubert“ durch sogenannte kriminalitätsbelastete Orte und ihre Sondereinheiten, durch rassistische Hetze gegen migrantische Bewohner*innen in Neukölln und Kreuzberg und durch Propaganda gegen all jene Angriffe, die sich gegen dieser Entwicklungen richten.

Wir wissen nicht, was sie vorhaben, aber allein die Ankündigung das Haus mit den Bullen zu betreten ohne, dass wir sicher sein können, dass sie es wieder verlassen, ist Grund genug für Alarmbereitschaft, einen Aufruf zur Solidarität und aktive Vorbereitung gegen diesen Angriff.

Selbst wenn sie nicht räumen, nicht bleiben, keine Security im Haus installieren oder es doch tatsächlich anzünden, um ihre Propaganda zu bestätigen, müssen wir uns gegen ihr Eindringen wehren.

Wir solidarisieren uns mit der Rigaer 94 und allen bedrohten und von Repression betroffenen Projekten und fordern dazu auf, aktiv zu werden.

Lasst uns nicht darauf warten, dass sie kommen und uns dann erst eine Reaktion überlegen. Wir können ihren Angriff auf uns vorbereiten. Wir können eine Gegenöffentlichkeit schaffen, die ihnen deutlich zeigt, dass wir ihre Offensive gegen uns nicht einfach hinnehmen.

Haltet euch auf dem Laufenden, seid aufmerksam und solidarisch, organisiert euch und eure Strukturen. Ohne Widerstand werden sie die Rigaer 94 nicht bekommen.

 

One Struggle! One Fight!

 

Anarchistische Bibliothek Kalabal!k


Mrz 2 2021

From Kreuzberg to Friedrichshain- Solidarity with Rigaer94

We know what it is like when they come, invade our spaces, defile them with their presence, search them, steal our things. Undoubtedly it is not the same, because we do not live within these four walls, even so we love them. These are the spaces that we build, equip, use and share together. The cops have no place there, because we are full of hate and every step through our doors is one too many.

We are a thorn in their side, because we clearly oppose this system for which they stand for.

This is also the case for the people living in Rigaer 94, who fight together as residents, visitors and supporters, offer collective resistance and do not allow themselves to be taken in by outside forces.

The neighbourhood around Rigaer 94 is becoming more and more gentrified, Liebig 34 has been evicted, the Dorfplatz is dominated by the fence around it‘s empty walls and more and more chic condominiums are being built.

If Rigaer 94 falls, an important place for our self-determination and resistance in this city will be lost.

In Kreuzberg, this process is already well advanced. The few remaining projects have been bought, which means that until now we still have the luxury of an existence in this neighbourhood. However, all the projects who either cannot afford this, or who do not want to buy their houses or whose owners refuse to sell to the projects, are disappearing.

In the last few years we had to watch how the Ohlauer School was evicted, how the Görli was turned into a high-security park, how the Meuterei and the book store Kisch& Co are fighting to stay in this neighbourhood and how more and more people have to move because they can no longer afford the rents.

What is being built here is not part of our idea of a good life. Coworking spaces, Google, Amazon and start-ups of every stripe make it almost impossible to find self determined spaces in Kreuzberg. Spaces beyond consumerism and wage labor.

We must actively resist the sellout of the city and support those, who, because of their struggles, are targeted by the state and investors.

Last year, several houses and projects were evicted in Berlin and the attacks continue to this day. For Rigaer 94 there is no eviction order, but there is a political campaign to support the owners (whoever that is now). Despite the higly publicised Mietendeckel and repurchase right, this city should first and foremost stay most attractive for any kind of investor. To create a city for the rich, the neighbourhoods are being „cleaned up“ by creating crime focused places, targeting migrants through racial profiling in Neukölln and Kreuzberg and spreading propaganda against all of the attacks against exactly this oppressive system.

We don’t know exactly what they are up to now, but just the announcement to enter the house with the cops and not knowing for certain if and when they will leave again, is reason enough to call for solidarity and activly prepare against this attack.

Even if they don’t evict, don’t stay, don’t install security in the house or actually set it on fire to confirm their own propaganda, we must resist their intrusion.

We stand in solidarity with Rigaer 94 and all projects threatened and affected by repression and call for action.

Let’s not wait for them to come and then think of a reaction. We can prepare their attack on us. We can create a counter-propaganda that clearly shows that we will not simply accept their offensive against us.

Stay informed, be attentive and in solidarity, organize yourselves and your structures. Without resistance they will not get Rigaer 94.

One Struggle One Fight!

 

Anarchist library Kalabal!k


Sep 16 2020

Und wieder kreieren sie eine kriminelle Vereinigung

Die Durchsuchungen heute, die unter anderem unsere anarchistische Bücherei betrafen, sind nichts neues. Diesmal legen die Behörden allerdings zu. Betroffen sind fünf Menschen, die beschuldigt werden 2016 eine besondere, konspirative und kriminelle Vereinigung gegründet zu haben oder darin Mitglied zu sein. Aus diesem Grund ermittelt die Bundesanwaltschaft nach Paragraf 129 und das BKA besuchte die Betroffenen, teils mit gezogenen Knarren, Zuhause.

Es handelt sich hierbei um ein wildes Konstrukt aus herbei phantasierter Gefährlichkeit und anderen abstrusen Ermittlungsverfahren. Im Rahmen eines dieser in der Luft verpufften Verfahren, wurde unsere Bibliothek bereits 2018 schon einmal durchsucht. Damals ging es um Fahndungsaufrufe nach den Verantwortlichen des G20 Gipfels in Hamburg.

Bei den damaligen Durchsuchungen waren die Bullen auf der Suche nach Menschen mit Reggaemützen. Diesmal legten sie bei den Durchsuchungen einen Schwerpunkt auf schwarze Kleidungsstücke, Windjacken und Kapuzenshirts.

Damit die Bundesanwaltschaft Herrin über das Verfahren und das BKA ermitteln durfte, wurden verschiedene, teils eingestellte Verfahren in den Durchsuchungsbeschluss eingefügt, um das Verfahren aufbauschen zu können und weitreichende Befugnisse zu erhalten. Erwähnt sei hierbei das bereits eingestellte Verfahren um den Fahrradkorso 2016 oder die Affäre um die geklauten Streugutkisten in Hamburg.

In ihrem Eifer beschlagnahmte das BKA die vom LKA Berlin zurück gegebene Datenträger von 2018, die sich noch in den verpackten Aservaten-Tüten des LKA‘s befanden. Wir vermuten hierbei Kompetenzstreitigkeiten zwischen Goebel vom LKA Berlin und Dr. Sturm von der Bundesanwaltschaft.

Bei allen Durchsuchungen wurden wie immer, Speichermedien, Computer, Handys, schwarze Kleidung und anderes beschlagnahmt. Interessant hierbei ist das besondere Interesse für die Handys, die noch vor Ende der Durchsuchungen separat zur Auswertung gebracht wurden.

Bei den Durchsuchungen waren die BKA-Bullen teils 7 Stunden in den Wohnungen, fürs Kalabalik reichten 5 Stunden aus. In Athen durchsuchte das BKA 2 Wohnungen in Zusammenarbeit mit den griechischen Anti-Terror Bullen. Dort wurden 5 Personen mit auf die GADA (Hauptwache) genommen. 3 davon sitzen noch und werden wegen Pfefferspray morgen einem Richter vorgeführt.

Berlin ist derzeit nicht die einzige Stadt, die von Repression betroffen ist. Wir gehören  zum anhaltenden Trend der Ermittlungen gegen linksradikale Strukturen  in der BRD. Ob Hamburg, Frankfurt oder Leipzig, nur unsere Solidarität kann stärker sein als ihre Repression.

Es wird einen Aufruf für eine Solidemo am frühen Freitag Abend geben!

Sobald es einen besseren Überblick über dieses Verfahren gibt und neue Informationen vorhanden sind, informieren wir euch. Grüße und Kraft an die Betroffenen!


Jan 28 2020

Sonntag 02.02.20 closed -> entsichern.noblogs.org

Am Sonntag bleibt der Laden zu!

Wir sind stattdessen auf dem Entsichern-Kongress mit Büchertisch.


Jan 6 2020

Wiedereröffnung

Liebe Freund_innen, Gefährt_innen und Bücherwürmer_innen,

ihr habt lange drauf gewartet. Nach einer unendlichen Odyssee von Renovierungsarbeiten eröffnet endlich wieder eure anarchistische Lieblings-Bibliothek. Wir wollen die Wiedereröffnung gemeinsam mit euch bei Kaffee und Kuchen am Sonntag den 19.01. ab 13 Uhr feierlich begehen. Natürlich könnt ihr an dem Tag Bücher ausleihen und auch gerne zurückbringen, mit uns quatschen oder einfach nur die neue Inneneinreichtung bewundern.

Ab sofort sind wir auch wieder zu den regulären Öffnungszeiten hier anzutreffen.

Freitags: 14 – 19 Uhr
Sonntags: 15 – 19 Uhr


Apr 10 2019

Programm April & Mai 2019

Sonntag 14. April, 17 Uhr

DELETE – Buchvorstellung und Diskussion

DELETE! Digitalisierte Fremdbestimmung
Das çapulcu redaktionskollektiv untersucht in DELETE! die aktuelle Transformation des Kapitalismus – und damit auch der Machtverhältnisse – durch den technologischen Angriff. Der Einfluss der Tech-Giganten auf die Ökonomisierung der entlegensten Lebensbereiche nimmt stetig zu, während klassische politische Institutionen an Bedeutung verlieren. Soziale Punktesysteme verlängern mit ihrem permanenten ›Rating‹ und ›Scoring‹ die Reichweite der lenkenden Disziplinierung weit über die direkte Ausbeutung im Arbeitsverhältnis hinaus.

Doch mit welchen Methoden und Zukunftsvisionen überformen Unternehmen wie Facebook, Google, Amazon & Co. unsere Kommunikation und unser Denken? Wie verändern sich angesichts einer zunehmend digitalisierten Fremdbestimmung die Bedingungen für Autonomie und soziale Revolte? Und wie lässt sich die beabsichtigte Vereinzelung und Entsolidarisierung bekämpfen?

Im Zentrum des Buches steht erneut die Selbstbehauptung, also der vielfältige Widerstand gegen den umfassenden technologischen Angriff unserer Zeit. »Dabei fällen wir nicht«, so die Autor*innen, »das lächerliche Urteil, dass Technologie grundsätzlich ›schlecht‹ ist. Aus welcher – ohnehin historisch bedingten – Ethik heraus sollten wir das auch tun? Wir sagen, sie ist Gewalt und sozialer Krieg. Unsere Kritik richtet sich deshalb vielmehr gegen die technologische Aneignung von Lebensprozessen.«


Freitag 10. Mai, 20Uhr

Diskussion: Outlaw – Debattenbeitrag zu offensiven Prozessstrategien

(Im Rahmen des Subversiven Mai)

Anlässlich diverser Dikussionen über den Umgang mit Repression und Prozessstrategien soll mit einer neuen Broschüre weiter dazu angeregt werden, sich mit den Handlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Der theoretische Ausgangspunkt bezüglich dieser Möglichkeiten basiert auf dem Willen zur Offensive gegenüber jeglicher Autorität, die unser Leben bestimmen will. Es geht nicht darum ein bloße Attitüde zu erzwingen, sondern darum die Herrschaftsfeindlichkeit mit einer Glaubwürdigkeit zu bewaffnen, die durch die Kohärenz zwischen unseren Ideen und Taten entsteht. Dieses Bewusstsein bestückt unser Handeln mit einen unwiderruflichen und inspirierenden Wiedererkennungsfaktor.


Dienstag 14. Mai, 19 Uhr

DISKUSSION: Fall of AI – Ein Aufruf zum Kampf gegen „Künstliche Intelligenz“ als Teil der technologischen Herrschaft

Am 15. und 16. Mai findet in Berlin die jährliche Messe „RISE OF AI“ („AUFSTIEG DER KI“) statt, die europaweit größte Messe zu „Künstlicher Intelligenz (KI)“. Neben Firmen, die im Bereich „KI“ forschen und entwickeln, kommen auch Vertreter*innen aus der Politik, die Deutschland zum führenden Entwicklungsstandort für „KI“ machen will. Ein weiterer Anlass den technologischen Angriff gegen die Selbstbestimmung anzugehen, im Konflikt mit den Ideen und Strukturen der vorantreibenden Firmen, Institutionen und ihren heiligen Messen. Wir wollen anhand des Textes „Fall of AI“ über KI, technologische
Herrschaft und Handlungsmöglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben diskutieren.

den Text gibt es hier:
https://de.indymedia.org/node/32270


Donnerstag 16. Mai, 19 Uhr

Klandestinität. Input & Diskussion

Es ist wohl nicht verwunderlich, dass der Staat all jene verfolgt, die ihn bekämpfen oder durch ihre bloße Existenz in Frage stellen. Um uns nicht irgendwann dieser Unterdrückung zu beugen, müssen wir uns den Konsequenzen unseres Handelns bewusst sein.

„Illegalität ist wie ein Tritt in Hundescheisse, es kann allen passieren!“

Ein Leben in Klandestinität war schon immer Teil eines anarchistischen/revolutionären Kampfes, doch wo stehen wir heute?

Wir wollen uns Zeit nehmen um über die verschiedenen Facetten des Untertauchens zu sprechen und Fragen aufzuwerfen, die weit weg scheinen und doch näher gehen als uns lieb ist. Wir wollen Auseinandersetzungen teilen, um mit dem Tabu zu brechen sowie Ängste und Illusionen abzuschütteln, die uns an einem offensiven Umgang hindern.

(Im Rahmen des Subversiven Mai)


Jan 26 2019

Programm Februar 2019

Freitag, 8 Februar, 20 Uhr

„Pre – Crime“ Dokumentarfilm von Monika Hielscher und Matthias Heeder 2017

Im Rahmen der Proteste gegen den diesjährigen europäischen Polizeikongress zeigen wir die Doku „Pre-Crime“ um uns mit einigen Aspekten der zunehmend datenbasierten Bullenarbeit zu beschäftigen.

Die Doku zeigt auf, dass das Vorhersagen von „Verbrechen“ längst nicht mehr Sciencefiction ist, sondern im Alltag vieler Sicherheitsbehörden angekommen ist. Diese Methode nennt sich „Predictive Policing“, was bedeutet, dass mit Hilfe der entsprechenden Software, Daten aus dem Internet und den Behördendatenbanken genutzt werden, um zu prognostizieren wo und wann ein „Verbrechen“ stattfinden wird. Der Algorithmus lernt durch das Einspeisen von Big Data und zieht entsprechende Schlüsse daraus. Wie die meisten neuen Technologien wird auch dieses Verfahren von den fanatischen Law and Order – Fans gefeiert, ungeachtet davon, was dies für Folgen nach sich zieht. Neben der Stigmatisierung von gewissen Orten, reproduzieren diese Algorithmen rassistische Stereotypen oder lassen unangepassten Jugendliche zu Schwerverbrecher werden. Der Glaube an die vermeintliche Neutralität dieser Technologien führt dazu, dass sich am Schluss kein Schwein dafür verantwortlich fühlt. Diese Entwicklung stellt ein weiterer Angriff auf unsere Freiheit dar und deswegen sollten wir uns mit diesen Veränderungen der Polizeiarbeit beschäftigen und nicht zuletzt um Verantwortliche, die sich auch dieses Jahr wieder auf dem Polizeikongress herumtreiben werden, zu benennen.


Samstag, 9. & 23. Februar, 15 Uhr

Café: face2face (Post-Google Café)

Als Teil eines selbst-organisierten und informellen Kampfes gegen den Google-Campus entstand das Anti-Google Café: face2face. Nach der Änderung der Pläne von Google, vorerst nicht selber ins Umspannwerk zu ziehen, geht der „technologische Angriff“ dennoch weiter… So ist es weiterhin notwendig Räume zu schaffen, in denen man sich von Angesicht zu Angesicht treffen kann, um Gemeinsamkeiten und eine Veilfalt von Methoden zu ergründen und, um die Ohnmacht und die Herrschaftsverhältnisse zu bekämpfen.

Das neue Café: face2face (Post-Google Café) ist ein Bezugspunkt für einen informellen und selbst-organisierten Kampf gegen den fortschreitenden technologischen Angriff und für selbstbestimmtes Leben. Es bietet Raum für Begegnung, Austausch, Streit, Informationen, Diskussionen und Koordinierung.

Das Café versteht sich als Teil eines antagonistischen Projekts gegen die (Tech) Herrschaft. Eine Offensive, die nicht um Erlaubnis fragt und nicht an die Politik und die Herrschenden & ihre Verterter*Innen appelliert.

Kreativ & direkt!


Nov 23 2018

Programm November & Dezember 2018

Montag, 26. November, 19 Uhr

Crisis and Containment

Struggles Against the Prison System in England and Wales. A member of British prison abolition networks, will give a background to the current crisis and an overview of abolitionist organising on both sides of the prison walls.

Presentation and discussion in English with German translation.


Samstag, 01. Dezember, 18 Uhr

Auf der Spur

Lesung und Buchvorstellung mit der Autorin

Auf der Spur steht für den roten Faden in Anne Reiches Leben – ihre Suche nach einer politischen Praxis, die reale Veränderungen erkämpft und die gleichzeitig auch ganz für sie selbst stimmt. Das war die Hafenstraße für sie, nach einem holprigen Weg und harten Erfahrungen, die sie aber nie dazu gebracht haben, sich damit abzufinden, dass es nicht weitergeht.

Sie war neunzehn als sie 1965 nach Westberlin zog. Dort wurde sie aktiver Teil der Protestbewegung und der ersten militanten Zusammenhänge. Dreimal verhaftet, schließlich verurteilt wegen versuchter Gefangenenbefreiung, Bankraub und Zugehörigkeit zur Bewegung 2. Juni. Insgesamt wurden es zehn Jahre Knast, wo sie zusammen mit den Gefangenen aus der RAF kämpfte und an den kollektiven Hungerstreiks teilnahm.

Nach ihrer Entlassung 1982 ging Anne Reiche nach Hamburg, wo sie den Kampf um die Hafenstraße mitprägte. Mit der Organisation des VIVA St Pauli Konzerts und der Entwicklung des Konzepts der Sozialen Straße hat sie wesentlich zum Erhalt der Häuser beigetragen. Anne Reiche schreibt direkt und „gerade heraus“, ihre Erinnerungen an bestimmte Menschen, bestimmte Situationen sind oft so lebendig, dass man beim Lesen das Gefühl hat, fast in Echtzeit dabei zu sein.

Zur Autorin
1946 in Esslingen geboren. Ab 1965 in Westberlin Studentenbewegung, Frauenkommune, Bewegung 2. Juni. Zehn Jahre Knast. Ab 1982 in Hamburg. Ab 1984 Hafenstraße.


Samstag, 08. & 22. Dezember, 15 – 19 Uhr

Anti-Google Café: face2face // Der Kampf ist vorbei, oder alles geht weiter?

Einladung zum nächsten Anti-Google Café: face2face am Samstag den 27.10.2018, nach der offiziellen Einstellung des Projektes Google-Campus Berlin.

Google zieht vorerst nicht selber ins Umspannwerk in Kreuzberg, sondern vermietet die 3 000 Quadratmeter weiter an zwei soziale Initiativen, Betterplace und Karuna. Wie diese Strategieänderung von Google zu erklären ist, lässt sich wahrscheinlich erst in nächster Zeit sehen. Dass jedoch die kontinuierlichen Aktionen gegen den Google Campus dazu beigetragen haben, dass Google nicht einfach so nach Kreuzberg kommen kann und sich hier einnistet, kann nicht geleugnet werden. Den (Image) Schaden den Google in letzter Zeit, ausgehend von kleinen und größeren, zumeist informellen Aktionen, davon getragen hat, ließ den Riesen-Konzern in eine neue Charmeoffensive gehen, um noch mehr Schaden abzuwehren. Die Bilder von den Google Bossen in Berlin, wie Rowan Barnett der nun als „sozialer Engel“ den Schlüssel des Umspannwerks irgendeiner sozialen Initiative übergibt, sollen das negative Output was in den Straßen Kreuzbergs in den letzten zwei Jahren artikuliert wurde, verwischen. Google der verantwortungsvolle „Big Brother“, der nicht nur weiß was gut für die Menschheit ist, sondern auch für die Bewohner*innen Kreuzbergs und Berlin.

Die Kritik am Google-Campus war nie nur die der Verdrängung und Mietsteigerung, sondern immer mehr, welche Rolle Google zur Verfeinerung der Herrschaft und Kontrolle spielt. Dieser technologische Fortschritt, bzw. Angriff, hängt nicht alleine an dem Google-Campus, sondern ist allumfassend im herrschenden Diskurs, von neuen Tech-Firmen in Berlin, über Industrie 4.0. zu der politischen Agenda von allen Parteien zur Technologisierung. Der Kampf gegen Google und Co., ist ein Kampf gegen die bestehende Herrschaft und wie sie sich manifestiert. Eine Entlarvung der Lügen der Politiker*innen und selbsternannten „Kiezsprechern“ ist hier unwichtig, denn dies ist ihr Job, den Status Quo zu erhalten und Proteste zu befrieden. Denn eine Stärke des Kampfes gegen den Google-Campus ist sicherlich die breite Weigerung auf Verhandlungen einzugehen, und den politischen Schwätzer*innen nicht die Kontrolle über den Kampf zu geben. Die Änderung der Pläne von Google wurden nicht in den Büros erkämpft, sondern auf der Straße.

Im Laufe der letzten zwei Jahre hat sich ein Kampf ausgehend von der Verhinderung des Google-Campus entwickelt, der sich gegen den technologischen Angriff und die Umstrukturierung der Macht richtete. Nicht nur Google war das Ziel von Angriffen, sondern die gesamte Tech-Szene, die Herrschaft und diejenigen die diese fördern und verteidigen. In diesen zwei Jahren wurde versucht ein eigenes antagonistisches Projekt gegen diese Welt von der Google und Co. Träumen, zu entwickeln. Einen Kampf, der aus der Eigeninitiative der Beteiligten speist, aus der Kreativität und der Selbstorganisation. Einen Kampf mit der Perspektive der Umwälzung der Verhältnisse, und nicht mit der „lediglichen“ Verhinderung des Campus.

Und was bedeutet dies jetzt, nachdem Google offiziell das Projekt Campus Berlin auf Eis legt? Alles hinzuschmeißen und sich einen neuen „Gegner“ zu suchen? Die Kritik und Angriffe auf Google und andere Tech-Unternehmen unterlassen, da Google nun nicht mehr nach Kreuzberg kommt? Und wenn es eigentlich nie wirklich um das Ziel ging, sondern immer der Weg das Ziel selbst war, dann geht es darauf aufzubauen. Wir blicken zurück auf die letzten zwei Jahre, auf die entstandenen Beziehungen, tiefe Diskussionen, Konflikte, mehr oder weniger kollektive Angriffe, die Erfahrungen die gesammelt wurden, usw. Also stellt sich dann die Frage, wie all dies weiter spinnen?

Lassen wir die Flamme der Revolte brennen!


Okt 21 2018

Programm Oktober 2018

Samstag 27. Oktober, 15 Uhr

Anti-Google Café: face2face // Der Kampf ist vorbei, oder alles geht weiter?

Einladung zum nächsten Anti-Google Café: face2face am Samstag den 27.10.2018, nach der offiziellen Einstellung des Projektes Google-Campus Berlin.

Google zieht vorerst nicht selber ins Umspannwerk in Kreuzberg, sondern vermietet die 3 000 Quadratmeter weiter an zwei soziale Initiativen, Betterplace und Karuna. Wie diese Strategieänderung von Google zu erklären ist, lässt sich wahrscheinlich erst in nächster Zeit sehen. Dass jedoch die kontinuierlichen Aktionen gegen den Google Campus dazu beigetragen haben, dass Google nicht einfach so nach Kreuzberg kommen kann und sich hier einnistet, kann nicht geleugnet werden. Den (Image) Schaden den Google in letzter Zeit, ausgehend von kleinen und größeren, zumeist informellen Aktionen, davon getragen hat, ließ den Riesen-Konzern in eine neue Charmeoffensive gehen, um noch mehr Schaden abzuwehren. Die Bilder von den Google Bossen in Berlin, wie Rowan Barnett der nun als „sozialer Engel“ den Schlüssel des Umspannwerks irgendeiner sozialen Initiative übergibt, sollen das negative Output was in den Straßen Kreuzbergs in den letzten zwei Jahren artikuliert wurde, verwischen. Google der verantwortungsvolle „Big Brother“, der nicht nur weiß was gut für die Menschheit ist, sondern auch für die Bewohner*innen Kreuzbergs und Berlin.

Die Kritik am Google-Campus war nie nur die der Verdrängung und Mietsteigerung, sondern immer mehr, welche Rolle Google zur Verfeinerung der Herrschaft und Kontrolle spielt. Dieser technologische Fortschritt, bzw. Angriff, hängt nicht alleine an dem Google-Campus, sondern ist allumfassend im herrschenden Diskurs, von neuen Tech-Firmen in Berlin, über Industrie 4.0. zu der politischen Agenda von allen Parteien zur Technologisierung. Der Kampf gegen Google und Co., ist ein Kampf gegen die bestehende Herrschaft und wie sie sich manifestiert. Eine Entlarvung der Lügen der Politiker*innen und selbsternannten „Kiezsprechern“ ist hier unwichtig, denn dies ist ihr Job, den Status Quo zu erhalten und Proteste zu befrieden. Denn eine Stärke des Kampfes gegen den Google-Campus ist sicherlich die breite Weigerung auf Verhandlungen einzugehen, und den politischen Schwätzer*innen nicht die Kontrolle über den Kampf zu geben. Die Änderung der Pläne von Google wurden nicht in den Büros erkämpft, sondern auf der Straße.

Im Laufe der letzten zwei Jahre hat sich ein Kampf ausgehend von der Verhinderung des Google-Campus entwickelt, der sich gegen den technologischen Angriff und die Umstrukturierung der Macht richtete. Nicht nur Google war das Ziel von Angriffen, sondern die gesamte Tech-Szene, die Herrschaft und diejenigen die diese fördern und verteidigen. In diesen zwei Jahren wurde versucht ein eigenes antagonistisches Projekt gegen diese Welt von der Google und Co. Träumen, zu entwickeln. Einen Kampf, der aus der Eigeninitiative der Beteiligten speist, aus der Kreativität und der Selbstorganisation. Einen Kampf mit der Perspektive der Umwälzung der Verhältnisse, und nicht mit der „lediglichen“ Verhinderung des Campus.

Und was bedeutet dies jetzt, nachdem Google offiziell das Projekt Campus Berlin auf Eis legt? Alles hinzuschmeißen und sich einen neuen „Gegner“ zu suchen? Die Kritik und Angriffe auf Google und andere Tech-Unternehmen unterlassen, da Google nun nicht mehr nach Kreuzberg kommt? Und wenn es eigentlich nie wirklich um das Ziel ging, sondern immer der Weg das Ziel selbst war, dann geht es darauf aufzubauen. Wir blicken zurück auf die letzten zwei Jahre, auf die entstandenen Beziehungen, tiefe Diskussionen, Konflikte, mehr oder weniger kollektive Angriffe, die Erfahrungen die gesammelt wurden, usw. Also stellt sich dann die Frage, wie all dies weiter spinnen?

Lassen wir die Flamme der Revolte brennen!


Sunday, 28th of October at 7pm

ANTI – GENTRIFICATION STRUGGLE AND REPRESSION ON ANARCHISTS IN HAMILTON, CANADA

On the 3th of March of this year, in Hamilton, Canada, after an Anarchist Bookfair, there were an illegal demo in Locke street, the gentrified place of this city, where windows of yuppy stores and luxury cars were smashed.

The reaction toward such an attack against thesocial peace came immediately from the good citizens, the local right-wings, the politicians, journalists and the cops.

Once more, anarchists were designated as the enemies of the society (whether we see this negative or positive).

As answers to this small destructive event, The Tower, the local anarchist library, was attacked several times by right-wing groups; a house, where comrades were living, was raided by the SWAT, entering with flash-grenades; a comrade was send to jail for 40 days, with the primary charge of conspiracy to commit unlawful assembly while masked, and since then, has been on house arrest (for 6 months); and 7 more comrades got accused of being part of this demo (while the cops were initially claiming to be looking for 30 people).

At the same time, the circle A was classified by the City authorities as a hate symbol.

Also, it took months to the anarchists of Hamilton to realize that informations about this destructive demo came from an infiltrated cop, as it already happened in 2010 for the G20 of Toronto, where two of the co-accused of the Lock street case were also sentenced.

Pretty soon, probably in early November, there will be the trial of the 8 co-accused. In the meantime, if you want to hear more about the case, and discuss about it, you can come on:

Sunday 28th of October at 19h in Kalabalik


Aug 26 2018

Programm September 2018

Mittwoch, 12. September, 20 Uhr

Diskussion zu den Kämpfen von Sexarbeitenden und Anarchie

Sexarbeiter*innen sind mit zahlreichen Problemen konfrontiert: soziales Stigma, staatliche und rechtliche Repression, zunehmende technologische Überwachung, Betroffenheit von Grenzregimen, geschlechterbasierte Gewalt und eine sogenannte Rettungsindustrie. Ein Beispiel institutionalisierter Gewalt ist das neue „ProstituiertenSchutzGesetz“, welches eine Zwangsregistrierung, erweiterte polizeiliche Befugnisse zur Kontrolle und (Haus-)Durchsuchung von Sexarbeiter*innen sowie die Zerschlagung von selbstorganisierten Arbeitsplätzen beinhaltet. Diese Prozesse unterteilen Sexarbeiter*innen in Kategorien von legal und illegal und zielen darauf ab, Kontrolle über eine oft marginalisierte, arme aber auch unbeherrschte Gemeinschaft zu erlangen. Sexarbeiter*innen wehren sich gegen dieses Gesetz und dessen soziale Ursprünge seit Jahren, jedoch mit mäßigem Erfolg. Wir sehen unsere eigene Isolation und Marginalisierung als eine der Ursachen dieser Niederlage und wollen diese Bedingung überwinden.

Wir sind eine informelle Gruppe von aktiven und ehemaligen Sexarbeiter*innen, welche sich zusammengefunden hat um Netzwerke mit anderen Bewegungen und verwandten Kämpfen aufzubauen.

Wir laden ein zu einer Diskussion bezüglich der momentanen Kämpfe von Sexarbeitenden und um gemeinsame Wege des Widerstands zu finden. Sowohl historisch als auch aktuell nutzen Sexarbeiter*innen Formen von anarchistischer Organisation und direkter Aktion. Sexarbeiter*innen sind unter jenen, welche vom globalen Trend des aufsteigenden Faschismus als erstes betroffen sind und wehren sich mittels des Aufbaus widerständiger Kollektive. Wir sehen ein besseres Verständnis unserer Kämpfe als unverzichtbar für anarchistische Kämpfe an und glauben daran, dass sowohl zahlreiche Sexarbeiter*innen als auch Anarchist*innen nach einem Leben außerhalb der staatlichen und kapitalistischen Kontrolle und mit voller Autonomie über uns selbst streben.

Die Diskussion wird eine kurze Einführung beinhalten, gefolgt von mehreren Themenblöcken mit jeweils kurzer Einführung und Raum für eine interaktive Diskussion.


Wednesday, 12 September, 8 pm

Discussion about Sex Worker’s struggles and Anarchy

Sex workers are confronted with multiple issues: social stigma, state and legal repression, increased cyber surveillance, being targeted by border regimes, gender-based violence and a so-called rescue-industry. One example of institutionalized violence is the new german prostitution law, which includes forced registration, widened policing powers to control and raid sex workers, and crushing down on self-managed workspaces. It divides sex workers into categories of legal and illegal and aims to gain control over an often marginalized, poor but also ungoverned community. Sex workers have been fighting against this law and it’s social origins for years but with little success. We see our own isolation and marginalisation as one of the reasons for this failure and seek to overcome this condition.

We are an informal group of active and former sex workers who came together in order to build networks of solidarity with other movements related to our struggles.

We invite you to join us in a discussion to talk about our current struggles as sex workers and find common ways of resistance. Both historically and now, sex workers have used anarchist forms of organising and direct action. Sex workers are among those targeted by the global trend of fascism and are fighting it by building communities in resistance. We see a better understanding of our world as vital for anarchist struggles, and believe that many sex workers as well as anarchists aim for a life outside of government and capitalist control with full autonomy over ourselves.

The format of the event will include a short introduction, followed by several topic blocks, each of those with a brief introduction and space for interactive discussion.